Fishporn-Gate: Mikes Wasserverschwörung
Fishporn-Gate: Mike deckt die größte Wasserverschwörung der Welt auf!
Ein 19-Jähriger, ein Hello-Kitty-Rucksack und eine Erkenntnis, die unsere Trinkwasserversorgung in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Was als harmlose Beobachtung beginnt, entwickelt sich zu einer internationalen Enthüllungsaffäre. Behörden schweigen, Wissenschaftler geraten unter Druck und Millionen Fische stehen unter Generalverdacht. Nur einer behält einen kühlen Kopf. Und eine Cola in der Hand.
Vorwort: Bevor jetzt jemand das Gesundheitsamt verständigt …
Die nachfolgende Geschichte ist vollständig frei erfunden, vollkommen absurd und sollte unter keinen Umständen als ernsthafte Berichterstattung verstanden werden. Auch wenn sie sich stellenweise wie eine investigative Enthüllungsreportage liest, handelt es sich um Satire. Und zwar um die Sorte, bei der man sich irgendwann fragt, ob der Autor möglicherweise selbst zu viel Cola getrunken hat.
Inspiriert wurde ich von Mike und einem seiner humorvollen Videos. Darin beschäftigt er sich mit einer bemerkenswerten Frage: Warum sollte man eigentlich Wasser trinken, wenn Fische darin Sex haben und ihre Notdurft verrichten?
Diesen Gedanken habe ich aufgegriffen und anschließend sämtliche Grenzen des gesunden Menschenverstands hinter mir gelassen. Die Geschichte weicht daher erheblich von den Inhalten ab, die man von Mike kennt. Sämtliche Reisen, Forschungsarbeiten, Gespräche und Enthüllungen sind erfunden. Mike spielt hier lediglich die Hauptrolle in einer Geschichte, die es so niemals gegeben hat.
Und falls du, lieber Mike, irgendwann auf Zwischenfrage.de vorbeischaust: Liebe Grüße gehen raus und danke für die Inspiration! Ich hoffe, du kannst über diese völlig eskalierte Version deiner ursprünglichen Idee genauso lachen wie ich beim Schreiben.

So. Nachdem das geklärt wäre, können wir uns endlich den wirklich wichtigen Fragen widmen.
Was wissen die Fische? Warum schweigen die Behörden? Und wer schützt uns eigentlich vor dem Liebesleben der Karpfen?
Hallo, das ist Mike.
Mike ist 19 Jahre alt und hat ein Problem. Genau genommen haben wir alle ein Problem. Wir wissen es nur noch nicht.
Während andere Jugendliche in seinem Alter über ihre Zukunft nachdenken, hat Mike beschlossen, sich zunächst mit der Vergangenheit unseres Trinkwassers zu beschäftigen. Eine Entscheidung, die zunächst wenig spektakulär klingt, bis man erfährt, worauf er dabei gestoßen ist.
Fische haben Sex. Im Wasser.
Nun ist das für Biologen keine sonderlich überraschende Erkenntnis. Für Mike hingegen war es der Beginn einer Forschungsreise, an deren Ende die deutsche Wasserwirtschaft dringend einen Krisenstab benötigen würde. Zumindest, wenn seine Theorie stimmen sollte.
Denn Mike hatte weitergedacht. Fische pflanzen sich nicht nur im Wasser fort, sie verrichten dort auch ihre Notdurft. Und das offenbar seit Millionen von Jahren, ohne dass jemals jemand auf die Idee gekommen wäre, eine Toilettenpflicht einzuführen.
Mike fand das bemerkenswert. Noch bemerkenswerter fand er allerdings, dass uns dieselbe Gesellschaft, die im Schwimmbad bereits bei einem verdächtigen gelben Fleck die Badeaufsicht alarmiert, seit Jahrzehnten empfiehlt, täglich ausreichend Wasser zu trinken.
Hier stimmte doch etwas nicht.
Also packte Mike seinen Hello-Kitty-Rucksack, zog seine pinkfarbene Hose an und setzte sich auf sein Moped. Sein erstes Ziel war ein Badesee. Dort wollte er herausfinden, was die Wissenschaft offensichtlich seit Jahrzehnten erfolgreich ignorierte.
Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte: Schon wenige Stunden später würde er auf einen Augenzeugen treffen, der zugab, seit über 40 Jahren von den Vorgängen unter Wasser zu wissen.
Und der trotzdem weiter angelte.
Operation Karpfen: Die ersten Beweise

Der See lag friedlich in der Morgensonne. Enten zogen ihre Kreise, irgendwo quakte ein Frosch und ein älterer Herr saß auf einem Klappstuhl und beobachtete seine Angel.
Mike stellte sein Moped ab, holte sein Notizbuch heraus und begann mit der Feldforschung.
Bereits nach wenigen Minuten entdeckte er den ersten Verdächtigen. Einen Karpfen, der vollkommen ungeniert zwischen den Wasserpflanzen herumschwamm. Keine Kleidung, kein Schamgefühl und weit und breit keine sanitären Einrichtungen.
Wenig später tauchte ein zweiter Fisch auf. Die beiden schwammen eine Weile nebeneinander, bevor sie gemeinsam zwischen den Pflanzen verschwanden.
Mike notierte:
09:14 Uhr: Erster Karpfen gesichtet. Schwimmt ohne Badehose.
09:17 Uhr: Zweiter Karpfen nähert sich. Auffälliger Körperkontakt nicht ausgeschlossen.
09:19 Uhr: Beide verschwinden im Schilf. Verdacht auf Fishporn erhärtet.

Nun wollte Mike wissen, ob auch andere Menschen diese Vorgänge beobachtet hatten. Er wandte sich an den Angler.
„Entschuldigung, haben Sie schon einmal gesehen, wie Fische sich paaren?“
Der Mann sah von seiner Angel auf.
„Natürlich. Ich angle seit über 40 Jahren.“
Mike war fassungslos.
Vierzig Jahre.
Vier Jahrzehnte hatte dieser Mann offenbar Kenntnis von den Zuständen unter Wasser gehabt, ohne jemals die Öffentlichkeit zu informieren.
„Und Sie haben das nie gemeldet?“
„Wem denn?“
Eine berechtigte Frage. Tatsächlich existiert in Deutschland keine zentrale Meldestelle für verdächtige Fischromantik.
Mike schrieb in sein Notizbuch: Augenzeuge bestätigt jahrzehntelange Kenntnis. Zuständige Aufsichtsbehörde unbekannt.
Der Angler schüttelte den Kopf und wandte sich wieder seiner Angel zu. Für Mike war das Gespräch beendet. Für die Ermittlungen war es ein Durchbruch.

Augenzeugen berichten: Was unter Wasser wirklich passiert
Im Laufe des Vormittags sprach Mike mit weiteren Menschen am See. Die Aussagen ergaben ein erschreckend einheitliches Bild.
Eine Spaziergängerin bestätigte, schon häufiger Fische dicht nebeneinander schwimmen gesehen zu haben. Auf die Frage, ob diese verheiratet gewesen seien, konnte sie keine Angaben machen.
Ein Badegast erklärte, er habe im vergangenen Sommer beobachtet, wie mehrere Fische gleichzeitig zwischen Wasserpflanzen verschwanden. Was dort geschehen sei, wisse er nicht.
Mike fand das bemerkenswert. Bei Menschen würde man spätestens jetzt über eine öffentliche Ordnungswidrigkeit diskutieren. Bei Fischen sprach man einfach von Natur.
Besonders aufschlussreich war die Aussage eines Hobby-Aquarianers. Der erklärte bereitwillig, dass sich viele Fischarten tatsächlich im Wasser fortpflanzen und dabei Eier und Spermien abgeben.
Mike ließ sich den Satz wiederholen.
„Die geben was ab?“
Der Mann erklärte es noch einmal.
Mike schaute auf den See.
Dann auf seine Colaflasche.
Und schließlich wieder auf den See.
Spätestens jetzt stand für ihn fest, dass die Angelegenheit größer war als ursprünglich angenommen.
Was als Verdacht auf vereinzelte Fischromantik begonnen hatte, entwickelte sich zu einem flächendeckenden Problem ohne erkennbares Hygienekonzept.
Die Wissenschaft widerspricht. Mike ermittelt weiter.
Natürlich dauerte es nicht lange, bis sich sogenannte Experten einschalteten.
Ein Biologe erklärte Mike in unserer fiktiven Rekonstruktion, dass die Fortpflanzung von Fischen ein vollkommen natürlicher Vorgang sei. Außerdem würden Trinkwasserquellen überwacht und Wasser bei Bedarf aufbereitet.
Mike hörte aufmerksam zu. Dann stellte er eine Frage, die den Wissenschaftler offenbar unvorbereitet traf.
„Wenn das alles so sauber ist, warum muss das Wasser dann überhaupt gereinigt werden?“
Der Biologe begann mit einer Erklärung über natürliche Verunreinigungen, Filterverfahren und mikrobiologische Grenzwerte.
Mike unterbrach ihn.
„Also geben Sie zu, dass da vorher Dreck drin war?“
„Natürliche Gewässer können Verunreinigungen enthalten, ja.“
„Und Fische?“
„In vielen Gewässern leben Fische.“
„Und die haben Sex?“
„Wie ich bereits erklärt habe, ist das ein natürlicher Fortpflanzungsvorgang.“
„Und da soll ich draus trinken?“
Der Biologe schloss kurz die Augen.
Man konnte ihm ansehen, dass er in diesem Moment sämtliche Entscheidungen überdachte, die ihn beruflich an diesen Tisch geführt hatten.
Nach einer halben Stunde beendete er das Gespräch. Angeblich musste er zu einem anderen Termin.
Mike hielt fest: Erster Wissenschaftler entzieht sich weiterer Befragung.
Dass der Mann möglicherweise einfach keine Lust hatte, zum siebzehnten Mal über die sexuellen Aktivitäten von Karpfen zu sprechen, hielt Mike für eine ausgesprochen bequeme Erklärung.
Die Spur führt zum Wasserwerk

Mit seinen Erkenntnissen im Gepäck setzte Mike die Reise fort. Sein Moped knatterte über die Landstraße, im Hello-Kitty-Rucksack lag das Notizbuch und die Cola war inzwischen angenehm warm geworden.
Das nächste Ziel war ein Wasserwerk.
Dort, so vermutete Mike, musste man schließlich wissen, was mit unserem Wasser geschah. Und vor allem, was vorher darin passiert war.
Schon die äußeren Umstände wirkten verdächtig. Zäune, verschlossene Türen und Schilder, die Unbefugten den Zutritt untersagten. Wer nichts zu verbergen hatte, musste sich seiner Meinung nach auch nicht derart abschotten.
In einem fiktiven Gespräch erklärte ihm ein Mitarbeiter, wie Wasser gewonnen, aufbereitet und kontrolliert wird.
Mike stellte zunächst ganz gewöhnliche Fragen. Woher stammt das Wasser? Wie wird es gereinigt? Welche Stoffe werden überprüft?
Dann kam er zum eigentlichen Thema.
„Wie viele Fische haben Sie bisher aus dem Wasser gefiltert?“
Der Mitarbeiter sah ihn irritiert an.
„Wir führen keine solche Statistik.“
„Und wie viele davon waren vorher sexuell aktiv?“
„Auch darüber führen wir keine Statistik.“
Mike zog sein Notizbuch hervor.
„Das heißt, Sie wissen es nicht?“
„Nein, weil das für die Trinkwasserqualität keine relevante Angabe ist.“
Mike notierte: Wasserwerk verweigert konkrete Angaben zur sexuellen Vergangenheit des Wassers.
Der Mitarbeiter versuchte noch, den Unterschied zwischen Rohwasser und aufbereitetem Trinkwasser zu erklären. Aber Mike war längst bei einer anderen Frage angekommen.
Warum wurde eigentlich so viel Geld in die Wasseraufbereitung investiert, wenn angeblich alles völlig harmlos war?
Und weshalb wollte niemand wissen, wie viele Karpfen an der Entstehung des Problems beteiligt gewesen waren?
Es roch nach Vertuschung.
Was bemerkenswert war, denn Wasser ist normalerweise geruchlos.
Die Akte Fishporn: Behörden ohne Antworten
Mike beschloss, die Sache offiziell zu machen.
In unserer erfundenen Geschichte stellte er einen umfangreichen Fragenkatalog an die zuständigen Behörden. Er wollte wissen, wie viele Fische jährlich in deutschen Gewässern ihre Notdurft verrichteten, ob es Statistiken über die Häufigkeit von Paarungsakten gebe und warum Mineralwasserflaschen keinen Warnhinweis auf mögliche historische Fischkontakte trügen.
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.
Die angefragten Daten würden nicht erhoben. Die Fortpflanzung von Fischen sei ein natürlicher biologischer Vorgang. Von ordnungsgemäß aufbereitetem Trinkwasser gehe keine entsprechende Gefahr aus.
Mike las das Schreiben mehrmals.
Dann blieb sein Blick an einer Formulierung hängen.
Die angefragten Daten werden nicht erhoben.
Nicht erhoben.
Man wusste also angeblich nicht, wie viele Fische in deutschen Gewässern Sex hatten. Oder man wollte es nicht wissen. Oder – und das erschien Mike inzwischen am wahrscheinlichsten – man wusste es ganz genau, hatte die Zahlen aber vorsorglich in irgendeinem Ministerium verschwinden lassen.
Er legte das Schreiben auf den Tisch, holte einen roten Stift hervor und schrieb quer darüber:
FISHPORN-GATE: VERTUSCHUNG AUF HÖCHSTER EBENE?
Anschließend machte er sich eine Cola auf.
Ohne Eis.
Denn inzwischen war sein Vertrauen in die Wasserwirtschaft ungefähr so groß wie das eines Karpfens in einen Angler.
Der Wasserkreislauf: Plötzlich ist die ganze Welt betroffen
Der entscheidende Durchbruch kam einige Tage später.
Mike stieß auf eine Darstellung des natürlichen Wasserkreislaufs. Darauf war zu sehen, wie Wasser aus Seen und Meeren verdunstet, Wolken bildet und irgendwann als Regen zurück auf die Erde fällt.
Er betrachtete die Zeichnung eine ganze Weile.
Dann rief er einen Meteorologen an.
„Verstehe ich das richtig? Das Wasser aus dem See steigt nach oben?“
„Ja, durch Verdunstung.“
„Auch das Wasser, in dem die Fische ...?“
Der Meteorologe erklärte, dass beim Verdunsten die meisten Verunreinigungen zurückbleiben und Wasserdampf nicht einfach mit schmutzigem Seewasser gleichzusetzen sei.
Mike hörte nur noch halb zu.
Denn vor seinem inneren Auge entstand bereits ein ganz anderes Bild.
Seen voller Fische. Wolken über unseren Köpfen. Regen, der auf Häuser, Autos und Menschen fällt.
„Und wer kontrolliert eigentlich die Wolken?“
„Wolken werden nicht von einer Behörde gesteuert.“
Mike wurde still.
Es war schlimmer, als er befürchtet hatte.
Die vermeintliche Fischverschwörung beschränkte sich nicht auf unsere Gewässer. Sie hatte längst die Atmosphäre erreicht.
Der Meteorologe versuchte noch einmal, den natürlichen Wasserkreislauf zu erklären. Dann verabschiedete er sich mit dem Hinweis, dass er dringend weiterarbeiten müsse.
Mike ergänzte seine Unterlagen: Zweiter Wissenschaftler beendet Befragung vorzeitig. Globale Dimension bestätigt.
Draußen begann es zu regnen.
Mike zog die Gardinen zu.
BREAKING NEWS: Der größte Wasserskandal der Menschheitsgeschichte
Was nun folgte, ließ sich nicht länger aufhalten.
Zumindest nicht in Mikes Vorstellung.
Seine Unterlagen waren inzwischen umfangreicher als manche Doktorarbeit. Er hatte Augenzeugen befragt, Wissenschaftler mit unangenehmen Fragen konfrontiert, ein Wasserwerk untersucht und behördliche Schreiben ausgewertet.
Und überall stieß er auf dasselbe Muster.
Die Menschen wussten von den Vorgängen unter Wasser.
Die Wissenschaft erklärte sie für natürlich.
Die Behörden sahen keinen Handlungsbedarf.
Und die Fische machten einfach weiter.
In unserer fiktiven Nachrichtenwelt überschlugen sich die Schlagzeilen:
EILMELDUNG: 19-JÄHRIGER FORSCHER DECKT FISHPORN IN DEUTSCHEN GEWÄSSERN AUF
EXKLUSIV: BEHÖRDEN KÖNNEN ANZAHL SEXUELL AKTIVER KARPFEN NICHT NENNEN
SONDERBERICHT: WISSENSCHAFTLER VERLASSEN BEFRAGUNGEN VORZEITIG
BREAKING NEWS: GOLDFISCHE WEITERHIN OHNE SANITÄRANLAGEN

Die Verantwortlichen versuchten, die Lage zu beruhigen. Trinkwasser sei sicher, die Qualitätskontrollen funktionierten und es gebe keinerlei Hinweise auf eine Verschwörung.
Mike fand diese Reaktion bezeichnend.
Niemand hatte behauptet, dass die Fische nicht existierten.
Niemand bestritt, dass sie sich fortpflanzten.
Und niemand konnte eine einzige öffentliche Fischtoilette vorweisen.
Trotzdem sollte alles in Ordnung sein.
Für Mike war die Sache damit klar.
Er hatte eine der größten Vertuschungsaktionen der Welt aufgedeckt.
Eine Verschwörung, an der nach seiner Theorie Milliarden Wasserlebewesen beteiligt waren und über die offenbar seit Generationen niemand ernsthaft sprechen wollte.
Cola: Der letzte Widerstand
Natürlich versuchten die Kritiker auch jetzt noch, Mike umzustimmen.
Sie wiesen darauf hin, dass Cola überwiegend aus Wasser bestehe und aufgrund ihres Zuckergehalts keine besonders empfehlenswerte Alternative zum täglichen Wassertrinken sei.
Mike kannte diese Argumente inzwischen.
Er hatte sich sogar eine Antwort zurechtgelegt.
„Eine Pizza enthält auch Tomaten. Trotzdem ist sie kein Salat.“
Das war wissenschaftlich nicht sonderlich überzeugend, hatte aber den unschätzbaren Vorteil, dass sein Gegenüber meistens erst einmal überlegen musste, was es darauf überhaupt erwidern sollte.
Für Mike war die Entscheidung längst gefallen.
Er hatte sich die Zustände in deutschen Gewässern angesehen. Er hatte erlebt, wie Wissenschaftler versuchten, mit Fakten von der eigentlichen Frage abzulenken. Und er hatte festgestellt, dass selbst die Behörden keine Statistik über das Liebesleben von Karpfen führten.
Mehr musste er nicht wissen.
Nur bei einer Sache blieb er besonders wachsam: Eiswürfel.
Denn die waren nichts anderes als gefrorenes Wasser, das sich unter falscher Identität in seine Cola einschleichen wollte.
Im Restaurant bestellte er deshalb grundsätzlich ohne Eis.
Als eine Bedienung fragte, warum, erklärte Mike lediglich, dass er wisse, was Fische mit Wasser machten.
Sie nahm die Bestellung entgegen, ohne nachzufragen.
Eine kluge Entscheidung.
Der Mann, der die Wahrheit ans Licht brachte
Am Ende seiner Forschungsreise stand Mike wieder an dem See, an dem alles begonnen hatte.
Sein Moped parkte am Wegesrand, der Hello-Kitty-Rucksack lag neben ihm und in seiner Hand hielt er eine Cola.
Auf dem Wasser zogen zwei Enten ihre Kreise. Ein Fisch tauchte kurz an der Oberfläche auf und verschwand wieder.
Mike beobachtete ihn nachdenklich.
Was mochte dieser Karpfen alles wissen?
Wie viele seiner Artgenossen waren an den Vorgängen beteiligt?
Und weshalb hatte noch immer niemand eine Untersuchungskommission eingesetzt?
Mike hatte getan, was er konnte. Er hatte recherchiert, Fragen gestellt, Augenzeugen befragt und sich mit einem System angelegt, das auf jede seiner Enthüllungen nur mit wissenschaftlichen Erklärungen reagierte.
Die Behörden schwiegen zu seinen absurden Statistikwünschen.
Die Wissenschaftler suchten das Weite, sobald er wieder von Fischsex anfing.
Und die Menschheit trank weiterhin Wasser.
Aber Mike hatte die Wahrheit aufgedeckt. Jedenfalls seine ganz persönliche Version davon.
Selbstverständlich wissen wir, dass sauberes Trinkwasser sicher ist, Fische keine geheime Weltregierung bilden und Cola nicht die Lösung eines imaginären Hygieneskandals darstellt.
Aber diese langweiligen Tatsachen ändern nichts daran, dass wir uns gerade ernsthaft mit einer Geschichte beschäftigt haben, in der ein 19-Jähriger mit Hello-Kitty-Rucksack auf seinem Moped losfährt, um die sexuelle Vergangenheit unseres Trinkwassers zu untersuchen.

Und damit wären wir bei meiner Zwischenfrage:
Ist Mike tatsächlich der einzige Mensch, der die größte Wasserverschwörung der Welt durchschaut hat? Oder ist es nicht viel erschreckender, dass wir inzwischen über eine Fischtoilettenpflicht nachdenken, obwohl wir ganz genau wissen, wie vollkommen bescheuert diese Idee ist?
Wir wollten Mike noch um eine abschließende Stellungnahme bitten.
Doch er war bereits auf dem Weg zu seinem nächsten Forschungsprojekt.
Angeblich wollte er herausfinden, warum Kühe Milch geben, obwohl sie gar keine Kühlschränke besitzen.
Die Ermittlungen dauern an.
Die Behörden schweigen. Die Wissenschaftler flüchten. Die Karpfen vögeln weiter.
Und Mike trinkt Cola.
Ohne Eis.
Abschließender Hinweis zur Satire
Dieser Artikel ist eine vollständig frei erfundene, bewusst übertriebene satirische Geschichte. Die dargestellten Reisen, Augenzeugenberichte, Forschungsarbeiten, Interviews, Behördenreaktionen und Enthüllungen haben nicht stattgefunden und stellen weder tatsächliche Handlungen noch persönliche Überzeugungen von Mike dar.
Die Geschichte wurde lediglich durch einen humoristischen Gedanken von Mike inspiriert und anschließend eigenständig weiterentwickelt.
Sauberes Trinkwasser ist sicher. Die vermeintliche Verschwörung existiert nicht. Und selbstverständlich ist Cola keine gesündere Alternative zum Wassertrinken.
Zumindest hat uns bislang kein Karpfen das Gegenteil beweisen können.